Mein Weg hin zur Achtsamkeit

Schon in jungen Jahren arbeitete ich selbständig in diversen Bereichen und Firmen. Als letztes betrieb ich eine Gesellschaft in der Medizintechnik. Nachdem die Firma expandierte, wünschte ich mir eins sehnlichst: Dass meine Aktionäre auch für finanziell schwach gestellte Menschen die Krebsfrüherkennung mit unseren modernen, hochauflösenden CT- Geräten anbieten würden. Der Grossteil der Gesellschafter stellten sich gegen mich, wollten nur noch mehr mit reichen Patienten verdienen.

Wofür schwören Mediziner den Hippokratischen Eid, dem Mensch, allen Menschen zu dienen?

Enttäuscht legte ich mein Mandat für meine Firma nieder, zahlte die Kleinaktionäre mit meinem Geld aus. Es war für mich nun kein gutes Geld mehr und jetzt waren meine Taschen leer, aber ich fühlte mich befreit.

Kurz darauf erkrankte meine Schwester an Krebs. Nun hatte ich viel mehr Zeit für Elke! Ich übernahm einen 30% Teilzeitjob im Bereich Sport und Rehabilitation und hatte so viel Zeit, meiner Schwester beizustehen. Ich gab alles für sie und ihren Mann, der ebenfalls an der gleichen Krankheit litt. Es war eine schwere und tiefe Zeit. Nach einigen Jahren verstarben beide und hinterließen 2 noch nicht volljährige Töchter. Waisenkinder. Auch sie unterstützte ich so gut ich konnte. Meine Eltern litten natürlich auch erheblich.

Besonders der Tod von Elke war schwer für mich zu verkraften. Um all das zu verarbeiten, widmete ich ihr eine 6 Monate lange Rocky Mountains Durchquerung im Winter, per Fahrrad und Zelt. Nach Wochen erkrankte ich an einem heftigen Virus und gelangte dann über Umwege in ein Navaho Indianer Reservat. Ich durfte in diesen Monaten viel von interessanten Menschen lernen, von den Schamanen. Über Natur, Geist, Heilung, Leben, achtsam zu sein gegenüber dir selbst und allen anderen Geschöpfen. Ein Jahr später besuchte ich meine „neue Familie“ nochmals.

In den Tiefen des Grand Canyons hatte ich eine Eingebung: „Ich will mein Leben den Menschen widmen, ihnen einen Weg durch schwere Zeiten aufzeigen. Das ist meine Berufung.“

Ich spürte tiefstes Glück in mir, machte eine lange Ausbildung als Achtsamkeitslehrer und ähnlichen Modulen, auch Meditation und Yoga. Als ich fertig geschult war, spürte ich, dass ich noch nicht genügend „ Rüstzeug“ für meine Herzensaufgabe hatte. Meine Ausbildungen alleine waren nicht genug für mich, ich wollte im wahren Leben, da draußen lernen.

Ich fragte mich: „Was ist eigentlich wirklich Leid, wie sieht es aus, wie fühlt es sich an?“ Es war nur eine Frage der Zeit, wann ich mit meiner neuen Lebensaufgabe auch mit sehr schweren Schicksalsschlägen konfrontiert werden würde.

Ich wollte länger in ein Dritte-Welt-Land eintauchen, Leid atmen. Mit meinem Rucksack auf dem Rücken flog ich nach Indien. Ich lief auf den staubigen Straßen quer durchs ganze Land, suchte die ärmsten Winkel Indiens auf, schlief auf dem heißen, staubigen Boden inmitten der größten Slums, half Sterbenden bei Mutter Theresa in Kalkutta, war für betende, sehr kranke und sterbende Menschen da. Ich lernte, dass Leid, Tod und die Auseinandersetzung damit zum Leben gehört und spürte die Herzlichkeit, Liebe, wie auch totale Hilfslosigkeit und Ohnmacht bei Menschen – die sind doch wie du und ich. Dabei meditierte viel, hatte noch das Glück den Dalai Lama in seinem Kloster zu sprechen. Ich lernte auch direkt von ihm, in einem Retreat mit seinen tibetischen Mönchen. Dort konnte ich meine Kenntnisse aus dem Yoga vertiefen, indem ich einiges über therapeutisches Yoga, Heil-und Chakraarbeit, wie hilfreiche Atemtechniken erlernte.

                                                               

Nach 7 Monaten kam ich nach Hause. Ich hatte viel Dankbarkeit, Demut, Mitgefühl und ein tiefes Wir-Gefühl entwickelt, wesentliche Teile der Achtsamkeit. Nun hatte ich eine Ahnung von Leid. Ich war bereit.

Ich begann mit meiner Aufgabe als Achtsamkeits-, Meditations- und Yogalehrer. Es war herausfordernd und zugleich die vollkommendste Arbeit, die ich je hatte.

Nach einigen Jahren kam ich wieder nach Asien und erlebte eine weitere Fügung. In Thailand traf ich in der Frühe einen buddhistischen Mönch, der mich einlud, ihn im Kloster zu besuchen. Dort bot er mir mit dem Abt eine einfache Unterkunft an. Ich half den Mönchen beim morgendlichen Essen einsammeln und bei sonstigen Arbeiten im Kloster. Die Mönche stellten mich einem sehr ranghohen Abt vor, der mir vorschlug, aufgrund meiner Erfahrung als Mönch zu ordinieren. Über so etwas habe ich nie nachgedacht, welch ein Angebot in dieser mir noch fremden Kultur? Außerdem bin ich kein Buddhist, schließe keine andere Religion aus und bin in meiner Einstellung viel zu offen. Aber der Abt erwiederte auf meine Bedenken: „Du musst kein Buddhist sein, die Hauptsache ist, du spürst es mit deinem Herzen, dass du Mönch werden möchtest.“
Ich ließ mir 4 Wochen Zeit und es entschied sich einfach von selbst. Ich fühlte mich leichten Herzens es zu wagen. Viel gab es zu lernen- über einige Anteile der Sprachen Pali, Sanskrit sowie die vielen Rituale- bevor ich dann die lange Zeremonie der Mönchsordination ablegen durfte.

 

Ich studierte sehr viel über Meditationspraktiken der Mönche in diversen, auch sehr anspruchsvollen Retreats. Ich lernte viel über deren Kultur, Buddhas Sutren, die Begleitung von sehr armen und kranken Menschen und darüber wie Sterbezeremonien abzuhalten sind. In den kleinen Waldklöstern mit einer Handvoll Mönchen fühlte ich mich am wohlsten, war aber auch immer wieder monatelang in größeren Klöstern. Wie z. Bsp. in Chiang Mai im Norden, mit dem höchsten Abt Thailands, dem alten, ehrwürdigen Ajarn Tong. Von ihm und auch anderen Meditationslehrern konnte ich viel mitnehmen.

Auch hatte ich das Glück und die Aufgabe, mich dort um einen an Leukämie erkrankten,15 jährigen israelischen Jungen zu kümmern. Ich war so sehr dankbar über meine bisher gemachten Erfahrungen und konnte ihm soweit helfen, dass er nach einigen Monaten wieder zurück in seine Heimat fliegen konnte.

Nach über eineinhalb Jahren kehrte ich zurück nach Deutschland, hatte sehr viel über das Leben, die Menschen und natürlich auch letztendlich über mich selbst erfahren.

Immer wieder spüre ich die tiefe Nachhaltigkeit aus dieser Zeit in Asien. Ich lebe heute mit viel mehr Freude, Energie, Einfachheit, Gleichmut, Leichtigkeit, einem großem Herzen voller Mitgefühl und mit einer guten Portion Humor.

Meine jetzige Aufgabe ist für mich unbeschreiblich schön und tiefsinnig, ein großes Geschenk für mich. Dafür lebe ich. Ich erfülle meine Arbeit mit viel Hingabe und Dankbarkeit.

ich freue mich auf Dich

Ralf

Hauptberuflich tätig als Achtsamkeits (MBSR)- Meditations- und Yogalehrer

Zertifizierter MBSR-Lehrer, mehrjährige Ausbildung bei Rüdiger Standhardt, Odenwald- Institut

    • Gruppenkurse, Einzelcoaching, Workshops, Referate zum Thema MBSR

    • Weiterbildung achtsame Kommunikation- Einsichtsdialog, Kloster Amitayus, Deutschland

    • Familientrainer nach Gordon,  Ausbildung bei Dr. Karlpeter Breuer, Berlin

    • Mönch, Ordination und Arbeit 2016, Kloster in Thailand, Lehrer Ajahn Tong

      (ich bin kein Buddhist und lehre weltanschaulich neutral!)

    • zertifizierte Auslands-Retreats (Achtsamkeit) und Meditations-Studienwochen mit westlichen, thailändischen und tibetischen Lehrern

    • Retreat beim Dalai Lama, lange Studienreise in Indien

    • seit 1980 intensive Meditations- und Achtsamkeitspraxis, Kontemplation

    • Yogalehrer – Hatha- und RajaYoga, spirituell- / psychologische Ausbildung bei Leela Mata und Swami Saradananda -Yoga Vidya

    • regelmässige Supervision und Intervision

    • vorher 20 Jahre selbständige Unternehmertätigkeit, unter anderem in der Medizintechnik, Schweiz

    • Rehabilitations- und Sporttrainer (deutsche Bundessportakademie)

    • Grafikdesigner

    • Vater von 2 erwachsenen Kindern

 

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